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Louis entwickelt Corona Schüssel

Louis Niemerg hatte schon immer ein Faible für neue Ideen und Entwicklungen. Nun hat der 17-jährige Sassenberger gleich zwei Projekte in die Tat umgesetzt – einen Corona-Schlüssel und einen Desinfektionsspender. Auslöser war dabei die Corona-Pandemie und die Tatsache, dass sich viele seiner Freunde darüber geärgert hätten, nicht desinfizierte Dinge im öffentlichen Raum anfassen zu müssen. Also entwickelte Louis den Corona-Schlüssel, der viele verschiedene Eigenschaften miteinander verbindet.

„Ich habe den Corona-Schlüssel von Dingen abgeleitet, die es schon gibt, und ihn modifiziert.“

Als Louis Niemerg einen Kunden vor einem Drogeriegeschäft beobachtete, der seinen Schlüsselbund um die Stange eines Warenkorbes wickelte, da machte es bei ihm „Klick“. Da musste es doch eine bessere Lösung geben, dachte sich der Gymnasiast und Jungunternehmer. „Ich habe den Corona-Schlüssel von Dingen abgeleitet, die es schon gibt, und ihn modifiziert,“ erklärte Niemerg. Denn der Schlüssel soll mehrere Funktionen erfüllen. Vom Einkaufswagenschieben oder -ziehen über den Türöffner, den WC-Verschließer oder auch als Flaschenöffner – der Corona-Schlüssel ist vielfältig zu gebrauchen. Außerdem kann man damit Schalter drücken, Schrauben anziehen und ihn ganz bequem an den Hosengürtel hängen. Der Schlüssel ist aus Aluminium gefertigt und wiegt nur 25 Gramm. Große Unterstützung gab es von Vater Stefan Niemerg, der in seiner Firma Zweirad-Pedalo für den Feinschliff sorgte. Entworfen wurde der Corona-Schlüssel am Computer, und die Produktion findet beim Sassenberger Unternehmen Ellebracht statt. „Ich lege großen Wert darauf, dass alles in Sassenberg gefertigt wird. Die Gravuren werden bei Deitert erstellt,“erklärt Louis Niemerg. Die größten Schwierigkeiten bereiten dem 17-Jährigen die Behörden, denn es war ein langer Weg bis zur Gewerbeanmeldung. „Wenn man nicht volljährig ist, geht das über das Familiengericht“,erklärt Vater Stefan. Nachdem dann dieser Antrag endlich positiv entschieden wurde, musste auch die Stadt noch die Ausnahmegenehmigung erteilen. Der Jungunternehmer wird am 11. September 18 Jahre alt.

„Ich lege großen Wert darauf, dass alles in Sassenberg gefertigt wird.“

Das Interesse ist bereits sehr groß, und selbst die Firma Tönnies hat bereits Verhandlungen mit ihm aufgenommen. „Die müssen sich etwas einfallen lassen, um ihr Image aufzupolieren.“ Den Corona-Schlüssel gibt es mittlerweile in verschiedenen Ausführungen, je nach Anforderungsprofil. Für Firmenkunden liefert er ihn beispielsweise mit praktischer Linealfunktion. Der Schlüssel kostet 7,99 Euro, und vom Verkaufspreis geht ein Euro an den „Lebens-Mittel-Punkt“, für den er und sein Vater ehrenamtlich tätig sind. Der Verkauf erfolgt über seinen eigenen Online-Shop auf seiner Website sowie über Ebay. Dabei kommen Louis Niemerg seine Erfahrungen aus dem jüngsten USA-Aufenthalt zugute. Eigentlich wäre er jetzt noch in Amerika, aber die Corona-Pandemie sorgte dafür, dass er im Mai nach gut neun Monaten zurückkam. An einer High School in Texas sammelte er viele neue Erkenntnisse. „Ich habe viel über Produktentwicklung, aber auch Marketing und Verkaufswesen gelernt“, sagt der Elftklässler, der das Gymnasium Loburg besucht. Neben dem Corona-Schlüssel hat er zudem einen Desinfektionsspender optimiert, sodass er höchsten Ansprüchen genügt. Die Idee kam ihm, als er in ein Restaurant gehen wollte und sich beim Desinfizieren sein T-Shirt bespritzte. „Daraufhin habe ich mir solche Spender einmal genauer angesehen“, sagt Louis Niemerg. Er stellte fest, dass sie recht lieblos angefertigt würden und zudem störanfällig seien. Also überlegte er, wie das zu verbessern ist, und optimierte die Spender so, dass sie nicht nur standsicher und höhenverstellbar sind, sondern auch noch gut aussehen. „Ich habe das Design verbessert und Gummifüße unter den Spendern angebracht, damit sie das Parkett nicht zerkratzen.“ Im Pfarrheim und bei einem Warendorfer Optiker, sowie in der Volkshochschule Warendorf stehen seine Spender bereits. Es gibt sie aber auch mit einem Wandhalter, sodass sie noch weniger Platz wegnehmen